Ausstellung Schacht & Heim

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8. Dezember 2017 bis 30. Juni 2018

»Schacht und Heim. Eine Zeitschrift für den saarländischen Bergmann.«


Kooperation des Deutschen Zeitungsmuseums mit der Hochschule der bildenden Künste Saar.

Vernissage
Donnerstag, 7. Dezember 2017, 18.00 Uhr
Laufzeit
8. Dezember 2017 bis 30. Juni 2018
Öffnungszeiten
Di–So 10–16 Uhr
Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Auf Einladung des Deutschen Zeitungsmuseums begann eine studentische Arbeitsgruppe der Hochschule der Bildenden Künste im Frühjahr 2016, sich mit der Zeitschrift „Schacht und Heim“, Werkzeitung der Saarbergwerke, zu befassen. „Schacht und Heim“ war das glanzvolle Zentralorgan der Hochphase des saarländischen Bergbaus in den 1950er und 1960er Jahren. In aufwändigem Layout und mit hervorragender Fotoredaktion entfaltete die Zeitschrift auf ebenso anspruchsvolle wie leicht zugängliche Weise eine ganze Welt. Ihrem Titel entsprechend behandelte sie alle Themen zwischen Schacht und Heim:

Kollegen und Familie, Akkordarbeit und Sportverein, neueste Technik und musische Freizeit, Leistungsbilanz und Weihnachtsgedicht. Für die Ausstellung entwickelte die studentische Kuratorengruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Winzen und Prof. Detzler sowie das Museumsteam unter Leitung von Dr. Roger Münch aus den Stilmitteln und Themen von „Schacht und Heim“ eine lebendige, zeitgemäße Vergegenwärtigung der saarländischen Bergbauvergangenheit.


Beim Eintritt in die Ausstellung durchwandern die Ausstellungsbesucher zuerst eine nachgebaute, stockfinstere Strebe, eine Passage zurück in eine vergangene Zeit.

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Unmittelbar anschließend betreten die Besucher eine historische „Küch“ (mit angeschlossener Kleintierhaltung), den damaligen Lebensmittelpunkt der saarländischen Bergmannsfamilie. Eine klassische Fotogaleriesituation führt das hohe Niveau der Fotoredaktion von „Schacht und Heim“ vor Augen.

Eine Brücke über die Zeiten schlägt der Damals-Heute-Vergleich: Ausgehend von schwarz-weißen Aufnahmen von Arbeitsgerät unter Tage recherchierte die studentische Gruppe die heutige Verwendung der Loren, Abbauhämmer, Abteufkübel, Förderkörbe und Grubenloks als Schmuck oder Denkmal in saarländischen Vorgärten oder auf Verkehrsinseln. Integraler Bestandteil der Ausstellung ist die Präsentation von Originalzeitungen und -zeitschriften, die speziell für die Bergleute hergestellt wurden. Zentral für die Ausstellung und die begleitende Publikation (im Stil einer Hommage an das historische Layout) sind die oral history-Interviews mit Zeitzeugen, die als Video bzw. in gedruckter Form präsentiert werden.


Auf spielerische Weise können die Ausstellungsbesucher den „Escape Room“ erkunden, eine Art realdimensionales, begehbares Computerspiel.


Eine aufwendige 360°-Simulation macht außerdem die Einfahrt in die Grube als Schachtfahrt nacherlebbar. Zwei künstlerische Beiträge aus der HBKsaar runden die mentalitätsgeschichtliche Aktualisierung ab. Am Ende des Rundgangs können die Besucher einkehren in eine originalgetreu bestückte Gaststätte – neben der „Küch“ damals das zweite soziale Zentrum nach Ende der Schicht. Neben der Kneipe, die zum Ausruhen, zum Plaudern und zum Schmökern in alten Ausgaben der „Schacht und Heim“ einlädt, können als Andenken auch eigene Bierdeckel gedruckt und in der Fotobox Erinnerungsfotos angefertigt werden.

Wer das Saarland verstehen möchte, muss die Geschichte des saarländischen Bergbaus verstehen. Dabei ist die Technikgeschichte der Kohleförderung vielfach kompetent dokumentiert und im Wesentlichen auserzählt. Offener ist die Geschichte der kulturellen Bedeutung des Bergbaus geblieben. Wie formte der Bergbau das Leben der Menschen – bei der Arbeit unter Tage, im Alltag zuhause? Welche soziale Kompetenz jedes einzelnen Bergmanns war notwendig, damit alle Bergleute am Ende einer Schicht wieder heil über Tage ankamen? Wie blicken die ehemaligen Grubenbeschäftigten heute nach dem langen Ende des Bergbaus auf diese Ära? Die kuratorische Arbeitsgruppe der HBKsaar und das Museumsteam des Deutschen Zeitungsmuseums hoffen, mit ihrer Aktualisierung von „Schacht und Heim“ ein wenig dazu beizutragen, dass das Saarland die eigene, nach dem Ende des saarländischen Bergbaus oft sprachlos gebliebene kulturelle Geschichte der Bergmannswelt besser versteht.

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